Vielleicht gibt uns 1. Kor. 13 eine brauchbare Antwort:
Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.
Wir sehen jetzt nur ein dunkles Bild - jeder für sich auf seine Weise, mit seinem Spiegel. Stückweise. Ich stelle mir das wie den Blick in ein Kaleidoskop vor - lauter Bruckstücke, aber kein Bild.
Was uns bleibt, ist die Hoffnung darauf, dass wir eines Tages das volle Bild erkennen werden.
Es sind immer nur Fragmente des Lebens, aller Personen, die uns in der Bibel genannt werden. Oft sehen wir eine gewisse Janusköpfigkeit in ihrer Biografie.
Abraham wurde z. B. auch als Freund Gottes bezeichnet.
Wer kann das schon von sich behaupten.
Jakobus 2, 23
…So ist die Schrift erfüllt, die da spricht (1.Mose 15,6): »Abraham hat Gott geglaubt und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden«, und er wurde »ein Freund Gottes« genannt…
Das ist er. Aber das ist wesentlich mehr, als du und ich oder sonstwer auch nur annähernd begreifen könnten.
Gott kann immer nur für dich selbst sein. Niemand anderes wird genau die gleiche Vorstellung von ihm haben wie du.
Das Problem, dass es an uns, bzw. konkret an mir liegt, wenn ich nicht…kenne ich.
Hat Gott den Menschen geschaffen, durch die lange Reihe der Evolutionen, um dann vorzeitig dem Entwicklungsprozess Einhalt zu gebieten? Sonst könnten wir ihn “erfassen”, da wir ihm gleich wären. Jedenfalls im Bild, um im Bild zu bleiben. Sind wir noch gar nicht am sechsten Schöpfungstag angekommen? Denn, wieso sollte er in solcher Unvollkommenheit stagniert haben, statt sein Werk zu vollenden und als Schöpfer den Geschöpfen seines Odems begreifbar zu werden?
Wenn ich den Berichten der Bibel folge, dann hat Abraham seinen Gott erfasst, ihm geglaubt und gehandelt. Moses hat den Gott seiner Väter auch zu erfassen versucht als er IHN sehen wollte, hat IHM dann nur sehr vorbehaltlich geglaubt, IHN aber schließlich verfasst (Gesetzeswerk, Religions- und Profanregelungen usw.).
Gott in seiner Unbegreiflichkeit erfassen zu wollen ist nicht und wenn überhaupt, dann nur durch Jesus Christus möglich. Das Elend kommt immer dann, wenn versucht wird, Gott zu verfassen, IHN in erfassbare Denkmodelle zu pressen, IHN in Bildern, Gebärden und frommem Tun festzuhalten und IHN, so geknebelt und gefesselt, in Gedankengebäuden und Domen einzusperren.
Gott ist da, ob uns das gefällt oder nicht. Wir können mit IHM rechnen. Mit IHM rechnen müssen wir nicht müssen, da lässt ER uns Spielraum, wobei sich mir die Frage stellt, was uns eigentlich unangenehmer ist: Der Spielraum den ER uns lässt oder die Einladung, dass wir mit IHM rechnen können.
…“Wer sich auf Gen 22 einlässt, muss darauf gefasst sein, dass er immer wieder wie vor einem Abgrund zurückschaudert”. Mit diesen Worten hat Gerhard von Rad einmal die Wirkung dieser Erzählung beschrieben. Es ist Entsetzen, das sich vorrangig breit macht. Aus dieser Erschütterung heraus fragt der Mensch: Was für ein Gott ist der Gott Israels? Was für ein Gott ist unser Gott?
In dem Zusammenhang(Spielraum) gibt es ein interessantes Experiment. Man kann unschwer erkennen, dass der “Spielraum” des Einzelnen doch stark eingegrenzt ist.
Auf der Grundlage dieses Experimentes gibt es den Film “Abraham - ein Versuch”.
Ich habe in leider noch nicht gesehen, dafür aber eine Beschreibung des Filmes gefunden.
…Derjenige, der auf Anordnung einer vermeintlichen Autorität
seinen Mitmenschen Schmerzen zufügt, ja sogar deren Tod billigend in Kauf
nimmt, und dabei sein Verhalten mit einem Befehlsnotstand zu legitimieren
weiß, verhält sich so moralisch bedenklich wie der auf Anordnung Gottes mit
seinem eigenen nichtsahnenden Sohn losziehende Abraham…
…Die Bedingungen und Gründe zu verstehen, die Menschen dazu bringen, physischen Schmerz zu verursachen und Strafen bis hin zu Mord zu verteilen, insbesondere auf Befehl innerhalb einer Organisationshierarchie, ist heute vielleicht wichtiger als je zuvor…
Gott-1 macht mit dem Abraham einen Bund und verspricht ihm Nachkommen wie Sand am Meer. Er vermacht ihm und seiner ebenfalls alten Sarah auch noch mit 100 Jahren einen Sohn, denn Gott-1 kann so was.
Gott-2 verlangt nun von Abraham (des Nachts (in einem Traum)) diesen Sohn zu opfern, denn er ist nicht an der planlosen Vermehrung der Menschen interessiert.
Abraham blickts nicht und will wirklich seinen Sohn (aufgrund eines Traumes) opfern.
Unterwegs zur Isaak-Opferstätte begegnet ihm Gott-1 und sagt zu Abraham: “He, Du, Alter, bist du von Sinnen, jetzt habe ich Dir in Deinem hohen Alter noch einen Sohn vermacht, und Du willst ihn jetzt schlachten ? Gehts noch ? Hast Du noch alle ?” (Überlieferung bei Strack/Billerbeck, Kommentar z.NT aus Talmud und Midrasch, Band 1, S.140)
Abraham blickts immer noch nicht und will trotzdem seinen Sohn schlachten. Er erhebt seine Hand und will zuschlagen.
Gott-1 hält dem Abraham die Hand in letzter Sekunde und gibt ihm als Ersatz seinen Widder, sein eigenes Symboltier Widder.
Und nun, welcher Gott hat als Symboldtier einen Widder ? Jahwe sicher nicht, der taucht ja auch erst bei Moses auf (Sigmund Freud, Der Mann Moses). Wer ist der wirkliche Retter von Isaak ?
Und nun, welcher Gott hat als Symboldtier einen Widder ? Jahwe sicher nicht, der taucht ja auch erst bei Moses auf (Sigmund Freud, Der Mann Moses). Wer ist der wirkliche Retter von Isaak ?
Vielleicht kann dir bei der Beantwortung dieser Frage ein Esoterikforum behilflich sein.
die Wichtigkeit dieser Frage geht Euch wohl nicht ein, wie ? Ich dachte, hier sind erwachsene Menschen, die was verstehen von Mythologie, aber scheinbar weit gefehlt.