Ich bin gestern über eine Textstelle der Luther 2017 gestolpert:
2Kor 3,18 [*]Wir alle aber spiegeln mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider, und wir werden verwandelt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist.
in der von 1984 heist es noch:
18 Nun aber schauen wir alle mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel, und wir werden verklärt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist.
Und die Elberfelder 2003 übersetzt:
18 Wir alle aber, mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit Herrn anschauend, werden verwandelt nach demselben Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, als durch Herrn, Geist.
Für mich gibt es einen Unterschied zwischen “spiegeln” (passiv) und “anschauen” (aktiv) = das erstere ist ein rein “objektives” Ereignis, dass völlig ohne Subjekt möglich ist (das Spiegeln der der Wolken auf der Oberfläche eines Sees) - während zu anschauen auch das Subjekt gehört
Wie alle, die wir unser Angesicht aufgedeckt haben (innere Blockaden und Hemmnisse abgelegt) und somit die Herrlichkeit schauen können = werden verwandelt (oder neugeboren) in das Bild das wir anschauen…
In der Luther 2017 scheint mir die persönlich subjektive Handlung zu fehlen
Gibt es für euch da einen Unterschied - zwischen “spiegeln” und “anschauen”?