Mein lieber Adler und liebe Lory,
glauben und wissen scheinen auf den ersten Blick einander auszuschließen. Ist das so? Beispiele: Einer der im Elend saß habe gesagt: „Ich weiß dass mein Erlöser lebt" (Hiob – Schriftstelle gefällig?). Viele andere sagen: „Ich glaube nicht an Gott.“ Wer von diesen Leuten weiß etwas und wer glaubt nur…?
Schon ein Säugling hat gewisse Erfahrungen. Sind die Windeln „voll“ und hat er schon nach 2 Stunden wieder Hunger nach Mutters Milch, dann braucht er nur schön laut zu brüllen. Mamma wird schon kommen…! Ein Zweitklässler weiß genau, dass 2 + 2 = 4 ist. Das weiß er und er kann das mit 4 Äpfeln genau nachprüfen. Ein Oberprimaner, wenn er denn gut aufgepasst hat, der weiß z. B. etwas von Gleichungen oder von Differentialrechnungen usw. und er kann das, ggf. an einer simplen Wandtafel, für alle nachprüfbar, beweisen.
Ich für meinen Teil habe mathematische Gleichungen nie verstanden und Differentialrechnungen kamen in meiner eher bescheidenen Realschule glücklicherweise nie dran. Nur so viel habe ich glauben können, dass es unheimlich wichtig sein muss, auch solche komplizierten Rechenvorgänge anstellen, auch, um sie im realen Leben zum Nutzen anwenden zu können.
Vieles ist eben „nur“ eine Glaubensfrage. Probleme kommen offensichtlich immer dann auf, wen man nicht weiß, wem man glauben und vertrauen kann. Jedenfalls dann, wenn man die Sache nicht selber nachzuprüfen vermag und nicht weiß, wie man sie nützlich anwenden kann.
Übrigens in einem Punkt bin ich mir sehr sicher: “Ich halte dafür, dass kein einziger Mensch „ohne Gott, also gottlos ist“ (Schriftstellen gefällig?). Die „sogenannten“ Atheisten glauben nicht an einen Gott. Genau wissen tun sie es aber eben auch nicht. Und wie wollten sie es sich selbst und ihren Zeitgenossen auch nachprüfbar beweisen?
Fazit: Die einen wie die anderen glauben. Die einen positiv zustimmend die anderen negativ ablehnend. Ich könnte unmöglich an einen Gott glauben, wenn ich nicht erfahren hätte, dass dieser Gott treu und unverdrossen an seine Menschen glaubt. Das macht den Unterschied. Wäre es nicht so, dann würde ich meinem Gottglauben als törichten Aberglauben abschwören und meine Bibel vergraben.
Besteht nicht die Crux darin, dass viele Gottgläubige eher bemitleidend, wenn ncht sogar verachtend, auf die sog. Atheisten herabblicken und die sog. Atheisten süffisant dasselbe tun? Ein Forum, wie das unsere, das will doch eine Möglichkeit anbieten, sich über unterschiedliche Auffassungen, möglichst friedlich, auszutauschen.
Wenn es denn hier nur darum ginge, dass die einen die jeweils anderen von deren Auffassungen abbringen und sie zu ihrer eigenen Auffassung, beinahe schon zwingen wollen, Pardon, dann würde ich hier meine (kleinen) Glaubenssegel wenden und in freundlichere Gewässer schippern.
Nö, hier geht es m. E. nicht um Mission, nicht um Zwangs-Christianisierung und schon gar nicht um Zwangs-Neuapostolisierung. Um was denn sonst…? Sie Forumsüberschrift…!
Brüderliche Grüße vom Maximin 