Die Remonstranten

Hallo Fories,

ich habe heute von der Gemeinschaft der “Remonstranten” gehört. ZZt. versuche ich persönlichen Kontakt mit der Vorsitzenden der Gemeinde in Friedrichstadt (Schl-Holst.) aufzunehmen.
Wer von euch hat schon einmal von dieser, für mich sehr interessant erscheinden, Gemeinschaft gehört oder gibt es hier im Forum evtl. Mitglieder dieser Gemeinschaft?
Friedrichstadt ist wohl die einzige Kirche dieser Gemeinschaft in Deutschland. Verbreiteter ist sie in den Niederlanden.
Grobe Infos gibt es hier: http://www.remonstranten.org/friedrichstadt/?page=unsere_kirche und hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Remonstranten

Ich persönlich finde das was ich dort erfahren habe sehr interessant und einer intensiveren Beschäftigung wert.

LG Adler

P.S. Es gibt wohl auch noch eine zweite Gemeinde in Deutschland: in Berlin Infos dazu :arrow_right: http://forum.remonstranten-berlin.de/topics/die-aktuelle-frage-an-die-remonstranten/

adler, nix wie hin, nur einmal im Monat Gottesdienst, das ist was für die ganz faulen, die nennen sich ja auch nicht Christen…

Gehaltvolle Speise macht lange satt. :laughing:

Lieber verbindlich,

ich werte deinen Beitrag mal wohlwollend als Spaß.

Mir ist aber schon an ernsthaften Beiträgen zu dem Tema gelegen, was einen Spaß aber nicht ausschließt :sunglasses:

Vielleicht gibt es ja hier einen User, welcher schon einmal eine Zusammenkunft in dieser Gemeinschaft besucht hat und einen Erfahrungsbericht beisteuern kann.

Was ich noch nachtragen möchte: auf einer Seite der Gemeinschaft wird der Hinweis gemacht, dass man sich als “Asylkirche” versteht, in welcher jeder Mensch willkommen ist, der mit der Lehre und den Dogmen seiner Kiche nicht mehr klar kommt. Das finde ich schon bemerkenswert!

LG Adler

:slight_smile: Adler, Du hast, nach meinem Empfiden, nicht nur “Verbindlich”, sondern brüderlich geantwortet. Gut gemacht…!
Maximin :wink:

adler, das war kein Scherz, auch wenn der junge maxim das so meint, jede Kirche freut sich über heimatlose, ich könnte da ´ne Menge drüber berichten. Aber ist das ein Grund, sofort wieder beleidigt zu reagieren? Ich denke- nein. Sollten wir uns über 200 Personen den Kopf machen, wenn bei anderen zigtausenden Christen nicht alles rund läuft? Deshalb nochmal meine Bitte: hingehen und danach geläutert berichten . Danke!!!

Lieber verbindlich,

wenn das Hingehen so einfach wäre . . . immerhin liegen wischen meinem Wohnort und der nächsten deutschen Gemeinde ca. 600 km. Also nicht mal “um die Ecke” :sunglasses:
Es gibt zwar Gemeinden in NL die näher dran sind, aber mein Niederländisch ist jetzt auch nicht sooo gut, um tiefgreifende Glaubensgespräche in dieser Sprache zu führen.

Für das kommende Jahr, haben wir aber mal einen Besuch der deutschen Gemeinde geplant. Denn ich halte es persönlich für angebrachter, sich bei dem ersten Besuch einer “fremden” Geemienschaft, in seiner Muttersprache austauschen zu können.

LG Adler

Hier gibt’s ein Forum zum Thema:

http://forum.remonstranten-berlin.de/

Und hier das Glaubensbekenntnis, das nach eigenem Bekenntnis kein Bekenntnis ist und sein soll:

Wir erkennen und glauben,
dass wir unsere Ruhe nicht in der Sicherheit dessen finden, was wir bekennen,
sondern im Erstaunen über das, was uns zufällt und geschenkt wird.
Dass wir unsere Bestimmung nicht finden in Gleichgültigkeit und in Habgier,
sondern in der Wachheit und Verbundenheit mit allem, was lebt.
Dass unser Dasein nicht seine Vollendung findet in dem, was wir sind und was wir haben,
sondern durch das, was unendlich größer ist als unser Begreifen.
In diesem Bewusstsein glauben wir an Gottes Geist,
der alles, was Menschen trennt, übersteigt,
der sie begeistert für das, was heilig und gut ist.
Damit die Menschen dann singend und schweigend
betend und handelnd
Gott ehren und dienen.
Wir glauben an Jesus, einen vom Geist erfüllten Menschen
das Antlitz Gottes, das uns ansieht und beunruhigt.
Er hatte die Menschen lieb und wurde gekreuzigt,
aber er lebt, sein eigener Tod und unser Tod sind vorüber.
Er ist uns ein heiliges Vorbild für Weisheit und Mut,
er bringt Gottes ewige Liebe ganz dicht zu uns.
Wir glauben an Gott, den Ewigen,
der unergründliche Liebe ist, der Grund unseres Daseins,
der uns den Weg zu Freiheit und Gerechtigkeit weist
und uns einlädt zu einer Zukunft in Frieden.
Wir glauben, dass wir selbst,
so schwach und fehlerhaft wir auch sind,
gerufen werden,
um mit Christus und allen Gläubigen verbunden
Kirche zu sein im Zeichen der Hoffnung.
Denn wir glauben an die Zukunft von Gott und Welt,
an eine göttliche Geduld, die Zeit schenkt,
um zu leben und zu sterben und um aufzuerstehen
in das Königreich, das da ist und kommen wird,
wo Gott auf ewig sein wird: Alles in allem.
Gott sei der Lob und die Ehre in Zeit und Ewigkeit.
Amen.

echt einschläfernd, das ganze. wo ist denn der Aufruf zum Handeln?
Ich meine, das fehlt doch total…

verbindlich, eine Aufforderung zum handeln? Ich dachte, man solle stille sein und alles Gott überlassen - so jedenfalls hat du es doch eben in einem Parallelthread gepostet.

Ernsthaft: Es würde deinem Verständnis vielleicht helfen, wenn du dich mit der Sache vetraut machen würdest. Dafür genügte es schon, den eingestellten link anzusehen und die Texte zu lesen. Falls es dich interessiert.

Falls nicht, hilft stille sein.

DANKE! tergram.

Liebe Fories,

vielleicht hat ja der eine und andere von euch dieses Glaubensbekenntnis einmal gelesen und sich damit etwas intensiver auseinandergesetzt. Ich für meinen Teil habe das mal gemacht. Sicherlich ist es sehr allgemein und bewusst so abgefasst, dass sich Niemand in seinem Glauben ausgegrenzt fühlen muss. Das ist schön und sicher auch lobenswert und unterscheidet sich dadurch von den meisten anderen christlichen Glaubensbekenntnissen.

Was für mich persönlich allerdings etwas befremdlich ist, sind die folgenden Punkte:
erstens Jesus nicht als der Sohn Gottes er/bekannt wird;
zweitens vermisse ich einen Hinweis auf die Trinität Gottes, was eigentlich selbstverständlich wäre, da sich die Gemeinschaft in ihren Publikationen ausdrücklich auf die Bibel als Grundlage beruft und die Bibel lehrt nun einmal die Dreieinigkeit von Vater, Sohn und Geist;
drittens vermisse ich als Christ einen Hinweis auf die Erlösung von Sünden durch das Opfer Jesu.

Für mich sind DAS elementare Inhalte eines Glaubensbekenntnisses. Wie seht ihr das?

LG Adler

Ich frage mich: Lehrt die Bibel tatsächlich die Dreieinigkeit Gottes? Der Begriff bedeutet doch so viel wie: eine Einheit bestehend aus drei gleichwertigen Anteilen – in diesem Fall: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Lehrt aber die Bibel wirklich, dass diese drei gleichberechtigt sind? Ist es nicht so, dass der Sohn den Vater z.B. in Gethsemane bittet, der Kelch möge an ihm vorüber gehen, aber nicht sein Wille, sondern der des Vaters solle geschehen usw.?

Das ist nur eine Stelle, die mir spontan einfällt, wobei der Sohn als Bittender doch ganz klar eine untergeordnete Stellung einnimmt. Und der Heilige Geist erst recht, der ja selber gar keine Stimme hat, sondern nur als Ausführender fungiert.

Das Dogma der Dreieinigkeit, wie es in den Glaubensbekenntnissen ausformuliert ist, kann so eigentlich nicht unbedingt biblisch begründet werden. Meiner Meinung nach ist es, wie vieles andere auch, ein Konstrukt der Kirchen, wahrscheinlich um irgendwelche Machtpositionen auszubauen.

Insofern ist die Trinität für mich kein elementarer Bestandteil des Glaubensbekenntnisses.

:slight_smile: Ach Evchen,
bei wem hast Du bloß Religions- und Konfirmandenunterricht gehabt? Lies mal bitte 2 Bibelstellen. Dann reden wir weiter…!
Barmherzige Grüße vom z. Zt. öden Strand der Spree, Maxi :wink:

1. Ich und der Vater sind eins. (Johannes 10 ,30)

2. Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. (Johannes 14, 26)

Maximin,

Sie werden mir zustimmen, dass die genannten Bibelstellen so oder auch ganz anders interpretiert werden können, wie das ja auf so viele Bibelstellen zutrifft.

Freundliche Grüße
Com.

Ach maximin,
was sagen Sie dazu:

Wenn Jesus höher geworden ist als die Engel, dann war er vorher niedriger, oder? Und: Kann etwas höher oder niedriger sein als es selbst ist?

Ich bin immer wieder überrascht, wie hier Erkenntnisse als klar auf der Hand liegend dargestellt werden, zu deren schriftlicher Fixierung und allgemeiner Anerkennung es mehrerer ökumenischer Konzilien bedurfte. Aber die Menschheit wird ja allgemein immer intelligenter.

Gruß,
C.E.

Das in der NAK überwiegend geglaubte Gottesbild unterscheidet sich deutlich von dem eigentlich gelehrten trinitarischen Gottesbild. Das liegt im wesentlichen an der sich historisch entwickelten Überhöhung des Apostelamtes, wodurch Jesus Christus bestenfalls eine Nebenrolle zugestanden wird. Eine historische (Geburt, Tod, Auferstehung, Himmelfahrt) und eine futuristische (Wiederkunft). Durch die extrem eschatologisch ausgerichtete Lehr wird außerdem das Primärziel christlicher Lehre (Humanismus im Präsenz) vollkommen ignoriert. Das irdische Leben diene (nahezu) ausschließlich der Vorbereitung (Brautzubereitung durch Apostel) auf das eigentliche Sekundärziel (Parusie, Eschatologie) und wird somit zum einzigen (!) Ziel eines (NAK)Christen hochstilisiert.

Das die Evangelien etwas anderes aussagen und klar gelebte Nächstenliebe und Barmherzigkeit als Primärziel ausgeben, bei dessen erreichen sich das Erreichen des Sekundärzieles (Wiederkunft) automatisch ergiebt, wird geflissentlich übersehen.

Das überwiegend geglaubte Gottesbild besteht aus drei verschiedenen “Personen”: Gott, Jesus Christus, Heiliger Geist.

Das eigentlich gelehrte trinitarische Gottesbild meint eine immer gleiche “Person” in drei unterschiedlichen Inkarnationsformen.

In dem alten Lutherchoral “Ein feste Burg” heißt es in der zweiten Strophe: “(…) Fragst du, wer er ist, er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott. (…)”

Die Gebete des Juden Jesus in Gethsemane und am Kreuz genügen der jüdischen Gebetstradition (Psalmen). Man spricht auch vom Kreuzespsalm. Es sind keine Selbstgespräche, wie so gerne eingewendet wird, wenn man darstellt, daß Jesus Christus Gott selbst ist.

Ach Mäxchen,

ich hatte weder Religions-, noch Konfifchenunterricht (oder sagen wir mal: Kaum Unterricht), das war bei uns auf dem Dorf damals problematisch, weil mein Onkel diese Unterrichte abhielt und häufig ausfiel wegen postkatärem Unwohlsein (wenn du verstehst, was ich meine)…

Nichtsdestotrotz bin ich nach laienhaftem Studium biblischer Texte der Ansicht, dass sich eine Trinität im herkömmlichen Sinne nicht aus der Mitte der Schrift herauslesen lässt - das sagt mir mein religiös ungebildeter Menschenverstand.

Deine beiden Bibelstellen sind nach meinem Dafürhalten wirklich nicht geeignet, die Dreieinigkeit zu belegen. Deine zuerst zitierte Bibelstelle hätte dann zumindest heißen müssen: Ich und der Vater sind EINER - groß geschrieben und Endung R(!), “eins” ist ein Adjektiv und besagt so viel wie: einig, eines Sinnes - so meine Überzeugung. Und die zweite angeführte Bibelstelle belegt doch nur, dass der Geist eine ausführende, helfende, die Sache unterstützende, also im Geiste Gottes handelnde Funktion hat, dass Gott mit Hilfe seines Geistes in den Menschen wirkt, er ist doch niemals Gott gleich zu setzen als eigenständige Person oder so etwas. Oder betest, wenn du betest den Heiligen Geist um Hilfe an oder dankst ihm für irgendetwas?

Was sagst du z.B. zu dieser Bibelstelle: (Joh. 14, 28)
28 Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: “Ich gehe zum Vater”; denn der Vater ist größer als ich. ?

Das ist doch eigentlich ziemlich eindeutig!

:wink:

Was sagst du z.B. zu dieser Bibelstelle: (Joh. 14, 28)
28 Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: “Ich gehe zum Vater”; denn der Vater ist größer als ich. ?

Das ist doch eigentlich ziemlich eindeutig!

Dann zeig mal klare Kante und lebe, was du zitierst.
google

Mancher wütet in den Foren
schreibt verquer und unvergoren
und erfreut so alle Toren
denen Unsinn angeboren

:laughing:

http://www.glaubeundkirche.de/viewtopic.php?f=16&t=2249&p=342265#p342265

:unamused: :open_mouth: