Meiner bescheidenen Meinung nach gibt es dafür nur einen Grund: Es brennt die Luft!
Aus Sorge um das psychische Wohl der “Anvertrauten” dürfte dieses Angebot wohl kaum entstanden sein. Viel eher schätze ich, daß die Sorgen um die physische Anwesenheit immer größer werden.
Die Aussage auf NAK West
“Trotzdem kam und kommt es mitunter zu Situationen, aus denen ein Beratungsbedarf erwächst. Die Kirchenleitung bedauert, wenn Gläubige in der Vergangenheit kirchliche Aussagen, das Handeln einzelner Amtsträger oder Gemeindemitglieder als psychisch belastend empfunden haben oder es gar zu inneren Verletzungen oder Enttäuschungen gekommen ist.
Dies gilt insbesondere für Erfahrungen, die durch menschliche Unzulänglichkeit leitender Amtsträger, örtlicher Seelsorger oder einzelner Gemeindemitglieder entstanden sind.”
ist - gelinde gesagt - eine Unverschämtheit.
Wem wollen die derzeit Verantwortlichen denn damit weismachen, daß es sich, wie immer wieder gerne genommen, um bedauerliche Einzelfälle - auf der einen wie auf der anderen Seite - handelt.
In Wahrheit handelt es sich doch vielmehr um ein jahrzehntealtes strukturelles Problem der NAK, welches bis heute im Kern nicht beseitigt ist. Im Grundsatz hat Detlev Streich ja schon sehr ausführlich darüber referiert.
Wer erinnert sich nicht an die Regeln zum Tragen von Bärten, Haarschnitten, Schminken (Malkasten des Teufels), Festtagskleidung etc. Das waren doch keine Ausreißer einzelner Amtsträger, oder habe ich da etwas falsch verstanden?
“Dabei lehnt die Neuapostolische Kirche jede Form von psychischem oder physischem Zwang gegen ihre Mitglieder oder Amtsträger in Bezug auf Lebensgestaltung und Glaubensausübung ab.”
Was für ein Zynismus!
Wir waren so konditioniert, daß wir unseren Vorsteher um Rat und besonders um seinen Segen gefragt haben, wenn wir uns ein neues Auto kaufen wollten. Und natürlich genauso, wenn mehr oder weniger gravierende Änderungen der Lebensumstände anstanden. Wenn’s gut lief, war es der Segen Gottes, der auf unserem Handeln lag. Wenn nicht, blieb man in seinem Elend sitzen.
Was ist mit dem psychischen Druck, daß Opfer gleich Segen ist, oder daß nur der, der den Aposteln nachfolgt, die Würdigkeit erlangen kann, die vor Gott gilt? Weitere Beispiele nach Belieben!
Dafür gibt es jetzt eine Beratungsstelle:
“Dazu stehen eine Psychologische Psychotherapeutin und eine Pädagogin zur Verfügung, die sowohl unabhängig von der Kirchenleitung arbeiten als auch beide über mehrjährige berufliche und kirchliche Erfahrung verfügen. Die Mitarbeiterinnen der Ansprechstelle sind verpflichtet, die uneingeschränkte Vertraulichkeit sowohl hinsichtlich der Kontaktaufnahme als auch der Gesprächsinhalte zu gewährleisten.”
Da bleibt ja einiges zu hoffen:
- unabhängig von der Kirchenleitung - Dafür müßte sich das System NAK nach meinem Dafürhalten neu erfinden
- mehrjährige berufliche und kirchliche Erfahrung - ersteres sollte eine Selbstverständlichkeit sein, welcher Qualifikation entspricht der 2. Punkt?
- uneingeschränkte Vertraulichkeit - Das muß eine absolute Selbstverständlichkeit sein. Wo nur kommen im Zusammenhang mit der NAK meine Zweifel her?
Die gravierendste Frage, die ich mir in diesem Zusammenhang stelle, ist die, wie denn da was therapiert werden soll. Ich habe bspw. unter dem ungeheuren Druck gelitten, daß ich am Tag des Herrn nicht würdig und dementsprechend nicht zur Brautgemeinde zähle. Mit welchem Therapieansatz will man denn die Quadratur dieses Kreises angehen?
Es tut mir leid, aber ich halte das wieder einmal für eine Nebelkerze, mit der man nach außen suggeriert, daß es sich bei der NAK um eine Ökumene-würdige Kirche handelt.
Wie’s drinnen aussieht, geht niemand was an!