Hallo Luna!
Es wird kein einfacher Weg und man muss vor allem aufpassen, dass man die ganze Familie mitnimmt.
Dein Mann scheint mitzuziehen? Wie alt sind deine Kinder und was haben die für eine Meinung?
Hast du einen Freundeskreis außerhalb der NAK?
Ich selbst habe mich erstmal viel belesen.
Mir halfen auch sehr die Ausarbeitungen von Detlef Streich und Ulrike Bär.
https://www.praxis-ulrike-baer.de/pdf/Risiken.pdf
Diese Schreiben las ich 3 Tage und dabei heulte ich und schimpfte und ließ meinen Emotionen freinen Lauf, aber das war dann auch mein Ausstieg.
Das hat mir die Augen geöffnet. Es hat richtig “Klick” gemacht, aber danach dauerte es noch Jahre bis ich ging.
Meine ganze Familie und die Familie meines Mannes war NAK und alle angehörigen Männer Priester oder Vorsteher.
Ich war die 1. die aus der Familien ging und das war nicht einfach. Vor allem die Einsamkeit war schlimm und das war mir als ich ging nicht so bewusst.
In meiner Familie wurde nie darüber geredet und in der Familie meines Mannes trat mir die Verachtung entgegen, ohne Worte.
Man drehte sich weg, gab mir kaum noch die Hand, sprach fast nicht mehr mit usw.
Mein Mann ging nicht raus, sondern blieb noch einige Jahre in der NAK.
Ich ging erst als meine Kinder nicht mehr zur NAK mitgingen. Ich wollte nicht, dass sie in einem Umfeld der Spannung groß werden.
Das alles würden wir BEIDE mit dem heutigen Wissen so nicht noch einmal machen. Man ist unzfrieden und verharrt in einem kranken System.
Die Unzufriedenheit bekommen auch die Kinder mit. Sie haben feinere Antennen als wie denken.
Werdet euch klar, was ihr wollt? Ganz von der Religion verabschieden, sich ganz neu erfinden oder sucht ihr Gott weiter?
Ich bin 7 Jahre gar nicht mehr in eine Kirche gegangen und dann bin ich mit Ex-Nakis die ich kannte in eine freie Gemeinde gegangen
und dort hat es mir gefallen und bin schon einige Jahre dort. Mein Mann ging dann mit mir mit und verabschiedete sich aus der NAK.
Wir sind nun beide wieder zufrieden und bedauern heute, dass wir das unseren Kindern angetan haben.
Leider hatten wir keine Ahnung, dass es freie Gemeinden gibt.
Selbst werde ich nie wieder Mitglied einer Kirche, weil ich bei dem Gedanken schon die absolute Panik bekommen.
Heute haben wir wieder eine kleines soziales Umfeld.
Bei deinen Kindern wird es Spuren hinterlassen, aber sie sollten den Weg selbst finden oder aber du bietest ihnen eine andere Gemeinde
und sie dürfen miteintscheiden. Redet viel mit ihnen und werdet euch klar, was ihr als Paar erst einmal wollt.
Seid bei allem vorsichtig und geht es langsam an, dass ihr nicht von einer Sekte in die andere stolpert.
Eine Pause von allem ist auch mal gut. Ich bereue nicht, dass ich so lange nicht zur Kirche gegangen bin.
Der Abstand hat mir gut getan und so war es mir möglich ohne Gehirnwäche eigene Entscheidungen zu treffen.
Übrigens spielt die Zeit für uns. Die Kinder meiner Verwandten sind heute fast alle nicht mehr in der NAK und
die Verwandten werden in der NAK immer unzufriedener und manchmal findet ein guter Austausch statt.
Diskussionen bringen nichts. Ich antworte nur auf Fragen oder erzähle mal was gerade in der Gemeinde läuft.
Man hört immerhin zu.