“HashTagSharp” weist auf eine schon aeltere Untersuchung hin, die sich damit beschaeftigt, warum Gruppen von Menschen an eine falsche Prophezeihung auch wider besseres Wissen glauben.
Was vielleicht manchem gläubigen Christ nicht schmeckt, aber doch als historische Tatsache der Bibelwissenschaft zur Kenntnis genommen werden muss, ist:
Die Prophetien des alten Testaments wurden zu großen Stücken im Nachhinein als göttlich tradiert, schlicht weil diese sich erfüllt hatten.
Und somit wurden diese Propheten als wahre Propheten posthum anerkannt.
Entsprechend wurden die Prohpeten, deren Vorhersagen sich nicht erfüllt hatten, folgerichtig als falsche Propheten tradiert oder
einfach nur beseitigt und samt deren Ratschläge vergessen.
So einfach und banal ist das - zumindest auf den ersten Blick.
Einerseits dieses. Andererseits auch: Es kann ueberhaupt als desillusionierend empfunden werden, welche wissenschaflichen Erkenntnisse der Textforschung die Theologen in der Vorlesung “Bibelkunde” vermittelt bekommen. Es gibt modifizierte Kopien (d.h. Parallelstellen) aus synoptischen Buechern, deren jeweilige Modifikationen einer bestimmten Absicht des Verfassers entsprechen, sowie Sondergut und spaetere Einschuebe, die in dem, was als Originaltext vermutet (!) wird, nicht enthalten waren. Dass solche Parallelstellen die Ereignisse z.T. widerspruechlich darstellen, sieht man an der Schilderung der Passionstage bis zur Kreuzigung.
Dass uns keinerlei originale Quellen vorliegen, sondern nur spaetere Abschriften [von Abschriften [von Abschriften…]], muss man bei allen Betrachtungen bedenken. In der (n+1)ten jeweils aktuellen Bearbeitung der Uebersetzung des Uebersetzers ist dann das unveraenderliche goettliche Wort enthalten - sagt man. Das schmeckt dann manchem glaeubigen Christen besser, um auf Ihre Worte zurueckzukommen, Centaurea.
Das, was GG001 schreibt, trifft auf die komplette Bibel zu. Vor diesem Hintergrund frage ich mich, wie man “sich dessen bewusst ist und es theologisch reflektiert”, wie centaurea schreibt. Ganz bodenständig und alltagspraktisch.
Es ist schon lange überfällig, den Gläubigen zu sagen, dass die Bibel weder das Wort Gottes ist, noch eine wortwörtliche, verbindliche Grundlage für unser Leben uns unsere Entscheidungen.