Hallo Hani!
Ich bin Sem (m), 22Jahre alt und hoffe, du liest diese Nachricht überhaupt, es ist ja schon über ein Jahr her, dass du deine Fragen gestellt hast. Also ich gehöre zu einer freievangelischen Kirche, die von russlanddeutschen Aussiedlern gegründet wurde. Ich bin da seit meiner Kindheit hingegangen und habe mich da sehr wohl gefühlt, weil meine Familie auch hinging und es einfach zu meinem Leben gehörte. (Wir haben uns da mindestens dreimal in der Woche zu irgendeiner Veranstaltung getroffen.) Ich hatte dort und auch zu Hause (meine Eltern waren gläubig) von Gott und Jesus gehört, der die Welt erschaffen hat, für die Menschheit gestorben ist, dass man in den Himmel kommt wenn man an Jesus glaubt, mit ihm lebt und vieles mehr. Ich hatte schon früh den Wunsch, auch mit diesem Jesus zu leben, weil ich von vielen Geschichten (Erlebnisse von Menschen in anderen Ländern) gehört hatte, dass es mit ihm das schönste Leben überhaupt sein soll. Und nach dem Tod kommt man in den Himmel. Ich hab das damals einfach kindlich geglaubt. Also entschied ich mich eines Abends im Bett, Jesus zu bitten in mein Leben zu kommen. Ich habe die Hände gefaltet und gebetet. Viele Jahre lang (ca.14 J.) habe ich dann geglaubt, dass ich Gottes Kind sei und nach dem Tod in den Himmel komme.
Heute gebe ich zu, dass ich damals keinen festen glauben an Gott oder Jesus hatte. Mein Glaube war jahrelang nur theoretisch. Eigentlich wollte ich ihn praktisch machen und wir haben mit jungen Leuten aus der oben genannten Freikirche auf den Straßen in unserer Nähe so christliche Traktate verteilt oder christliche Lieder gesungen. Als ich 20 war, hatte ich sogar den Mut aufgebracht, Arbeitskollegen zu einem christlichen Konzert einzuladen (obwohl unsere Kirche recht konservativ und eigen war). Ich dachte, ich wäre ein guter Christ und auf einem guten Weg, für Gott “gute Dinge zu wirken”. Das sollte sich aber 2021 ändern.
Im Februar 2021 bin ich aus dem Elternhaus gezogen. Ich wohnte nun ein paar Straßen weiter und war richtig stolz darauf, “Mein Eigenes” zu haben. Ca. drei Monate später zweifelte ich jedoch an meiner Lebensweise. Mir kam alles, was ich machte, so sinnlos vor und auch was ich in der Berufsschule lernte so leer vor. Ich dachte: Sem, eigentlich hast du doch immer geglaubt, dass es ein richtig schönes und sinnvolles Leben gibt und dass mit Jesus alles schön wird. Aber das Gegenteil war der Fall, irgendwie schien alles mieser zu werden. Also habe ich in meiner Wohnung einfach zu Gott geredet: Gott, wenn es dich wirklich gibt dann zeig mir was die Wahrheit ist!! Ich habe schon so viel Lehre von dir gehört und gelesen, aber ich weiß nicht, wie ich das alles einordnen soll! Ich will die Wahrheit, selbst wenn es bedeutet, dass ich nach diesem Leben in die Hölle komme und gequält werde! Ich habe keine Lust auf ein sinnloses Leben!!!
Daraufhin merkte ich ganz klar, dass ich Mist in meinem Leben gebaut hatte. Ich hatte mir eingeredet, zu glauben. Ich wusste plötzlich, dass man Beten, die Heilige Schrift lesen, in die Kirche gehen kann, ohne einen lebendigen Glauben zu haben. Denn das ist doch, wonach sich jeder Mensch sehnt oder? Ein lebendiges Leben mit einem Sinn und einer Sicherheit und mit Freude. Ich kann dir nur das sagen: Ich habe den Sinn meines Lebens gefunden! Ich liebe mein Leben und ich fühlte mich noch nie sicherer vor der Hölle als heute. Jesus hat mir letztes Jahr wirklich das erfüllte Leben gegeben und ich weiß, wo ich nach dem Tod sein werde!
Wenn du noch mehr von mir wissen willst, schreib mir einfach.
Liebe Grüße
Sem