Niemand kann ja in die Glaskugel sehen.
Es ist auch schwierig die NAK losgelöst von den anderen Kirchen zu betrachten. Denn sie ist ein Teil der Kirchenwelt da draußen.
Was die NAK trifft, trifft auch die anderen Kirchen und Glaubensgemeinschaften.
Zu denken, man könne dies autark sehen, halte ich für unmöglich.
Weißt Du, über die Frage der Zukunft des Christentums in Europa haben sich schon soviele Menschen Gedanken gemacht.
Wir müssen einfach anerkennen, dass der Europäer sich nicht gern von Anderen Menschen mehr sagen lassen möchte, was er zu denken, tun, glauben, sagen hat.
Wir erleben ja gerade in Deutschland eine Stimmung wo die sog Gutmenschen meinen, sie hätten für alles eine Lösung, fordern Freiheit aber diese ist sofort beendet, wenn man eine andere Meinung hat.
Gerade wird eine ‘Riesenwelle’ gedreht zum Thema ‘Seelsorge’ eines Artikels eines hohen Amtes bei uns.
Ganze Vorsteherrunden wurden einberufen, wie man das denn nun auch umsetzen kann.
Teilweise finde ich den Artikel übergriffig. Oft höre ich, dass wir als Amtsbrüder zu den ‘verlorenen Schafen’ gehen sollen und sie besuchen sollen.
Dann Frage ich meist ‘warum soll ich zu jemandem gehen, der erwachsen ist, eine Entscheidung getroffen hat und nicht mehr die Gottesdienste besuchen möchte?’
Grosse entsetzte Augen, wie ich sowas fragen kann.
Dann Stelle ich eine Frage: nenne mir ein Beispiel, wo Jesus vier oder fünfmal zu denen ging, die nicht wollten?
Kann mir natürlich niemand geben, weil das nicht geschehen ist.
Seelsorge hört da auf, wo der Andere nicht möchte. Was ist daran so schwer zu verstehen?
Und dann hat solch ein Artikel auch keinen Mehrwert für mich.
Das Wort Gottes ist kein Sauerbier dass ich dringendst loswerden muss, weil es sonst schlecht wird.
Es ist das Angebot an Gläubige, sich zu ihm zu wenden und sich mit Gott versöhnen zu lassen. Jesus hat immer angeboten, nicht gezwungen!
Es ist eben auch, und das habe ich schon Mal geschrieben, eine historische Betrachtung notwendig des Kontinents Europa.
Es spielen viele Faktoren eine Rolle.
Dr Markus Spieker, früherer ARD Südostasien Korrespondent und Historiker, hat zu dieser Frage des Christentums interessante Bücher geschrieben.
Er geht davon aus, und er ist optimistisch, was das Christentum in Europa angeht, dass wir in Europa allmählich merken, dass wir in den letzten Jahrzehnten viel in Wirtschaftskapital investiert haben, aber nicht ins Sozialkapital. Sprich in unsere Beziehungen.
Wir Menschen in Europa sehnen uns wieder nach mehr, als nur Konsum und Oberflächlichkeit.
Er geht davon aus, dass wir eine neue spirituelle Zeit erleben werden.
Auch Dr Hirschhausen spricht das ja in letzter Zeit immer mehr an, wie wichtig das ist.
Brauchen wir dazu Kirchen?
Die meisten werden sagen ‘nein’!
Aus den o.g. Gründen. Es ist eine religionssoziologische Fragestellung.
Da spielen viele Faktoren mit rein. Unter anderem auch die Frage nach Frauen in Amtsstufen.
Wenn die NAK die Frauen nicht ‘vollwertig’ inkludiert in ihren Beauftragungen, dann bleiben diese Frauen irgendwann zu Hause. Und dann auch deren Kinder. Und ich wünschte, die Kirchen erkennen das.
Für mich persönlich steht an erster Stelle die persönliche Beziehung zu Jesus Christus.
Und welcher Amtsträger wann was sagt oder meint, durchleuchte ich immer erst mit den Aussagen Jesu.
Hierarchie-Obrigkeit und demutsvolle Unterwürfigkeit verabscheue ich zutiefst, und mache mich oft damit unbeliebt.
Die gehen Alle auf Klo wenn sie müssen, so wie ich.
Die NAK kann nur mit anderen Gemeinschaften auf Dauer überleben und muss ihre Sonderlehren entsprechend anpassen.
Sonst wird es sehr sehr schwer.