Gestatte mir bitte, in den Text hinein zu schreiben.
@ matula:
Kirchenrecht und Zivilrecht sind zwei verschiedene Dinge.
Das ist mir bekannt.
Wenn die zivil geschlossene Ehe für die Kirche als Ehe im Verständis der Kirche verbindlich wäre, könnte man sich ja den kirchlichen Akt komplett sparen, dann könnte man einen Standesamtspfarrer anstellen, der Standesbeamte schließt die Ehe, der Pfarrer segnet einmal drüber und fertig ist …
Die zivil rechtlich geschlossene Ehe ist die Voraussetzung dafür, dass eine Ehe kirchenrechtlich erst überhaupt gesegnet werden kann.
zivilrechtlich ist meines Wissen nach Voraussetzung für eine Ehescheidung, die Trennung von Tisch und Bett über einen gewissen Zeitraum … könnte man das Bett dann nicht streichen, wenn es eh belanglos ist?
Dann schon lieber den Tisch streichen. 
Und die Katze beißt sich für mich nicht in den Schwanz. Die Eheleute spenden sich in ihrer gegenseitigen Hingabe im Eheversprechen das Ehesakrament und in der Hochzeitsnacht oder später wird die Ehe dann vollzogen, und dann ist sie kirchenrechtlich zustandegekommen. Wird die Ehe nie vollzogen, ist sie auch nie zustandegekommen.
Aber dennoch wird der Ehesegen vor besagter Hochzeitsnacht gespendet und nicht erst am nächsten Morgen.
Zu der anderen Frage: Es gibt ein Eheprotokoll, was vor der Eheschließung vom Pfarrer und den künftigen Eheleuten gemeinsam ausgefüllt wird, und wo eben die Gründe abgeklopft werden, die dazu führen, dass aus kirchlicher Sicht die Ehe nicht zustandekommen kann. Ist einer dieser Gründe dabei ersichtlich, darf der Pfarrer die Handlung nicht vornehmen.
Und genau das gehen einen Pfarrer und die Kirche überhaupt nichts an, ob jemand sexuell in der Lage ist, die Ehe zu vollziehen. Eine Ehe ist wesentlich mehr, als ein möglicher oder nicht möglicher sexueller Akt, der auf die Zeugung von Kindern ausgerichtet sein muss.
Verschweigt einer der angehenden Ehepartner dabei etwas wissentlich oder unwissentlich, segnet der Pfarrer eine Ehe (oder besser ein Eheversprechen), die nie zustandekommen wird.
Ich kann doch meinem Partner ein Eheversprechen geben, wenn ich behindert bin, impotent bin oder homosexuell bin. Das ist doch ein Unding zu behaupten, dieses kann man nur, wenn man sexuell in der Lage ist, Kinder zeugen zu können. Ob ein Ehepaar Kinder haben möchte oder nicht, dass hat die Kirche einen feuchten Kehrricht anzugehen.
Das sind übrigens ansonsten sehr nachvollziehbare Gründe, zum Beispiel, wenn einer der Partner eigentlich gar nicht die feste Absicht hat, die Ehe einzugehen (Scheinehe) oder einer die Ehe nicht freiwillig sondern unter Zwang eingeht …
Wenn jemand eine Scheinehe eingehen will oder eingeht, wird er dieses sicherlich dem Pfarrer als letztes mitteilen.
Das die sexuelle Komponente dabei auch eine Rolle spielt, empfinde ich nicht als Schande. Die sexuelle Hingabe und Erfüllung spielt für mich für das Verständnis einer gelungenen Ehe auch eine wichtige Rolle, und ist für mich dabei eine wichtige Komponente.
**Es geht ja nicht um die sexuelle Hingabe, sondern es geht glasklar um die Frage, ob der Mann in der Lage ist, in der Ehe beim Sexualakt Kinder zeugen zu können und das ist für mich eine Schande, denn das stellt den Tatbestand der Diskreminierung und der Ausgrenzung dar.
Im Übrigen dürfte dann eine Ehe auch nicht gesegnet werden, wenn die Frau unfruchtbar ist.**
Ich hab mal in VWL die Maslowsche Bedürfnispyramide gelernt, da steht sexuelle Erfüllung auf einer Stufe mit Essen, trinken, etc. … den elementaren menschlichen Grundbedürfnissen, die erfüllt sein wollen, bevor man an Bedürfnisse auf einer jeweils höheren Ebene denkt. Ist eine Ehe in dem Punkt unerfüllt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, das sich ein Partner dann füher oder später ausserhalb dieser Gemeinschaft seine diesbezügliche Erfüllung sucht … und ob das dann so im Sinne einer gelungenen und glücklichen Ehe ist?
**Ich denke, die Wahrscheinlichkeit ist dann höher, wenn man einem Brautpaar den göttlichen Segen verweigert.
Bei einer Goldhochzeit wird dem Brautpaar auch nochmals im besonderen der Segen Gottes für deren Ehe zuteil. Niemand wird bestreiten, dass man davon ausgehen kann, dass die Brautleute keine Kinder mehr zeugen können und dennoch wird ihre Ehe erneut gesegnet. Sie wird auch dann erneut gesegnet, wenn das Goldpaar keine Kinder aus welchen Gründen auch immer hat.**
Wie Jesus in dem Fall gehandelt hätte, weiß ich nicht, dazu geben die biblischen Berichte zu wenig her … wohl aber so das ein oder andere, was ein von ihm persönlich Auserwählter, der Apostel Paulus dazu sagt … und wenn wir dem konsequent folgen würden, würden Du und ich hier vermutlich nicht darüber schreiben, zumindest nicht als Christen, denn dann hätten die Christen wohl früher oder später aufgehört sich fortzupflanzen …[/quote]
Miich interessiert die Frage, was Jesus getan hätte. Und da bleibe ich dabei, dass Jesus ganz sicher kein Eheprotokoll geführt hätte und Fragen gestellt hätte, die weit in die Privatsphäre hinein reichen.