Verabschiedung von Rainer Storck „was war das?“

Es mehren sich nun die Veröffentlichungen zur Verabschiedung von Bezirksapostel Rainer Storck vom Amt des Bezirksapostels. Auf den NAK Medien lässt man sein Wirken nachklingen.

Die Feierstunde war schon geprägt von einer Atmosphäre des gegenseitigen Schulterklopfens und der persönlichen Anekdoten. Trotz der herausragenden Bedeutung seines langjährigen Wirkens für die Neuapostolische Kirche stand der religiöse Kern seines Wirkens überraschend im Hintergrund.

Statt einer tiefgehenden Reflexion über das Wirken Gottes oder die geistlichen Errungenschaften der letzten Jahre, dominierten in den Reden und Beiträgen persönliche Erinnerungen und unterhaltsame Geschichten. Bezirksapostel Rüdiger Krause etwa betonte in seiner Ansprache mehr die menschlichen Qualitäten und Anekdoten, wie Storcks Vorliebe für Rockmusik und Fußball, als die geistliche Tiefe und Hingabe, an das Amt eines Bezirksapostels. Auch die filmischen Rückblicke, wie ein Wettrennen auf einer Hüpfburg oder eine Achterbahnfahrt, zeigten das weltliche und weniger das spirituelle Wirken.

Hier wünschte man sich doch mehr Ernsthaftigkeit, schließlich war es ein Abschied von einem kirchlichen Amt . Schließlich glauben noch viele an die Vollmacht, Segnung und Heiligung des Amtes.

Natürlich sind persönliche Aspekte wertvoll und spiegeln die enge Gemeinschaft und menschliche Nähe innerhalb der Kirche wider. Doch die fast vollständige Abwesenheit von Gottes Wort und geistlicher Reflexion während der Feierstunde wirkte auf mich befremdlich. Es bleibt der Eindruck, dass das Wesentliche, nämlich die Dankbarkeit gegenüber Gott für die geleistete Arbeit und die Bitte um seinen Segen für den Ruhestand, zugunsten einer Selbstsarstellung in den Hintergrund rückte.

Insgesamt hätte ich mir gewünscht, dass die Verabschiedung stärker den spirituellen Charakter des Amtes reflektiert hätte, und weniger ein Forum für persönliche Scherze und nostalgische Rückblicke gewesen wäre. Es bleibt zu hoffen, dass diese Facette in zukünftigen Verabschiedungen mehr Raum einnimmt.

Zitat aus einem GD des Kirchenleiters (Stammapostel Schneider) - für mich sehr befremdlich, hatte man uns in der Kindheit und Jugend genau das Gegenteil geleehrt:
"
Zunächst einmal betonte der Stammapostel, dass es okay sei, als Mensch nach materiellen oder immateriellen Dingen zu streben. „Im irdischen Leben haben wir das Verlangen, den Wunsch, genug Geld zum Leben zu haben. Wir haben ein Verlangen nach Ehre, nach Macht, nach Besitz, nach Befriedigung, dass unser Leben erfüllt ist. – Gott hat uns mit einem Körper geschaffen, und dieser Körper darf das Leben genießen“, sagte der Stammapostel. „Gott verlangt nicht von uns, dass wir auf alles Schöne und Gute verzichten.
“
Es scheint nun also völlig normal und o.k. nach Ehre, Macht, Besitz … zu streben.
Fazit: Bei der Verabschiedung des Bez-Ap wurde das dann wohl schon mal vorgemacht :wink:

Bez.Ältester Mankel hatte einmal vor zig Jahren in einem GD von einer Beerdigung erzählt, aus Zeiten wohl vor dem 2. WK - da trat dann ein Redner an das offene Grab und schloß seine Rede mit Worten: Und Fahrradfahren konnte er auch!..

Lieber fragender,

steht die Würdigung des geistlichen Wirkens eines Bezirksapostels nicht dem Stammapostel zu? So wie das in jedem guten Unternehmen der Fall ist, kann doch die (berufliche) Würdigung nur vom „Vorgesetzten“ erfolgen. Und soweit ich das nachlesen konnte, hat der Stammapostel bei der Ruhesetzung würdigende Worte gefunden (nachzulesen auf der HP der NAK-West).

Oder stellst du dir unter „tiefgreifender Reflexion“ noch etwas anderes vor?

Mich würde interessieren, welche Dinge du - über das vom Stammapostel Gesagte hinaus - gewürdigt hättest.

Gruß

Holger F.

Lieber Holger F. ,
ich mag diese offensichtlich aufgesetzte Heiterkeit und Lobhudelei nicht. Ich finde übrigens nicht, dass ausschließlich der Stammapostel sich eine Meinung über sein Personal bilden sollte.
Der Bezirksapostel war offensichtlich besonders ehrgeizig – offenbar nicht nur in geistlichen Dingen, sondern auch in der Warteschlange. Corona hat uns viele Talente offenbart! :wink:

Nein wirklich: was bleibt vom Wirken des Bezirksapostel Storck für dich??

Lieber fragender,

der Seitenhieb bzgl. der Corona-Impfung ist unangebracht. Das hatte ich auf „glaubenskultur“ schon begründet:

1 Die ganze „Geschichte“ ist nicht mehr als ein „Sturm im Wasserglas“. Schaut man sich die genauen Zeitabläufe an und macht man sich den Kenntnisstand klar, der den Verantwortlichen des Seniorenzentrums „Gute Hoffnung“ in Sterkrade jeweils zugrunde lag, so sind deren Entscheidungen nachvollziehbar…

2 Die späte Berichterstattung im Lokalteil der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) nimmt im Prinzip den Fernsehbeitrag von Frontal 21 auf, erörtert ansonsten aber neutral. Der angebliche „Aufreger“ hat nicht einmal zu einem Leserbrief geführt…

3 Das journalistische Konzept von Frontal 21 wird kontrovers beurteilt. Zum Beitrag „Wenn sich Funktionäre vordrängeln“ vom 9.2.2021 ist zu sagen, dass die Recherche kritikwürdig ist, man könnte auch sagen, es wurde suboptimal recherchiert. Ich konzentriere mich auf den Teil, der die NAK betrifft:

a) Das Seniorenzentrum „Gute Hoffnung“ wird nicht – wie im Beitrag behauptet - von der NAK in Deutschland betrieben, sondern von der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland.

b) Rainer Storck ist auch nicht „eine Art Bischof“, sondern der Bezirksapostel bzw. der Leiter der Gebietskirche Westdeutschland.

c) Angeblich besucht Frontal 21 das Büro der Kirche. In Wirklichkeit stehen sie vor dem privaten Wohnhaus von Rainer Storck – ist das in Ordnung?

4 Einen „Fehler“ hat Rainer Storck nur aus der nachträglichen Kenntnis, dass in Deutschland nicht genügend Impfstoff zur Verfügung steht, gemacht. Das Impfangebote des Leiters des Seniorenzentrums konnten schlichtweg die Entwicklung der Verknappung des Impfstoffes nicht voraussehen.

5 Mir sind mehrere Seniorenheime in NRW bekannt, in denen Personen eine Impfung angeboten und auch angenommen wurde, die hier regelmäßig handwerkliche Arbeiten verrichten. Sie gehören – nach amtlicher Bestimmung – auch nicht zur „Stufe 1 - Personen mit höchster Priorität“.

6 Die „weiteren Amtsträger“, die ein Impfangebot des Seniorenzentrums erhalten haben, sind seit Jahrzehnten in dieser Einrichtung aktiv, einer seit seiner Pensionierung regelmäßig und ehrenamtlich in der Essensausgabe.

7 Ich persönlich habe ein solches ehrenamtliches Engagement noch nicht entfaltet. Deshalb liegt es mir auch fern, solchen Ehrenamtlichen den Vorwurf zu machen, dass sie das Impfangebot des Seniorenzentrums angenommen haben. Auch Rainer Storck ist hier regelmäßig aktiv, so dass mir das Impfangebot an seine Person nachvollziehbar erscheint.

Man kann das auch ganz anders sehen, das will ich nicht in Abrede stellen. Aber ich würde dafür plädieren, sich einmal in die Situation derjenigen zu versetzen, die sich an „vorderster Front“ mit der Impfproblematik auseinanderzusetzen haben.

Ja ich denke das muss man anders sehen. Sich in der heißen Phase der Pandemie derartig zu verhalten war unanständig. Von jemandem der den Anspruch hat in direkter Sukzession Christi zu stehen war das unwürdig. Überlege nur mal wie sich Jesus gegenüber Aussätzigen, Notleidenden verhalten hat. Denkst du wirklich er hätte sich derart vorgedrängelt…

Was mit dem Verweis “sich einmal in die Situation derjenigen zu versetzen, die sich an „vorderster Front“ mit der Impfproblematik auseinanderzusetzen haben” gemeint ist entzieht sich meinem Verständnis.

Aber um nicht falsch verstanden zu werden. Mir ging es nicht nur um Kritik in Bezug aufs Drängeln beim Impfen.

Ich fand die Abschiedsworte ein wenig einseitig und wenig aufs Wirken im Glauben bezogen. Oder geht es nur mir so?

Lieber fragender,

ich kann dich nur ermutigen, das Wirken des BAPs Storck hier zu würdigen, wenn du da konkrete Vorstellungen hast.

Grüße

Holger F.

Nach einiger Überlegung ist mir der Jugendtag im Phantasia Land in Erinnerung geblieben. So viele glückliche junge Menschen. Das war ein echter Meilenstein! Das hat einen neuen Standard gesetzt. Mal was „Handfestes“ auch wenn einige danach den Gottesdienst ausgelassen haben.

Die Bilder des Bezirksapostels im Rahmen der Jugend waren einfach sehr schön. Bin gespannt was die nächsten Jahre bringen.

Lieber fragender,

über die genaueren Zu- und Umstände der Impfung hatte ich detailliert geschrieben. Das Thema der sog. „Vordrängler“ ist von frontal21 aufgebracht worden. Jeder kann sich ein Bild darüber machen, ob die Vorwürfe überzeugend oder nur der Sensationslust geschuldet sind. Jesus war vor allem der Wahrheit verpflichtet, dem würde ich mich anschließen…

Die Frage, wie Jesus gehandelt hätte, ist ganz einfach: Er hätte einen Kälberstrick genommen und die Journalisten von frontal21 vom Hof gejagt, denn oft, wenn es um christliche Themen geht, zeigt sich frontal 21 nicht von seiner besten Seite.

So erntete das Magazin für einen im Sommer 2009 ausgestrahlten Beitrag erhebliche Kritik. In dem Beitrag wurden evangelikale Christen in die Nähe von islamischen Fundamentalisten gerückt…

Der Rat der Evangelischen Kirche nannte den Beitrag „ein besonders markantes Beispiel für eine mediale Berichterstattung, die notwendige Unterscheidungen vermissen lässt und sich fragwürdiger journalistischer Mittel bedient […] Eine solche Art von Journalismus wird den Anforderungen an eine solide Recherche nicht gerecht.“

Grüße Holger

Ja, das ist ein gutes Beispiel. Auch, weil 500 Tickets an Familien aus der Ukraine gegangen sind, die über regionale Hilfsorganisationen eingeladen wurden.

Ich könnte viele weitere Punkte nennen, die mir als Ex-Naki positiv zur Amtszeit von Rainer Storck einfallen würden. Vieles lässt sich aus den Jahresberichten ablesen, die auf der Homepage der NAK Westdeutschland abrufbar sind… Darüber hinaus ist Rainer Storck ein bescheidener Mann, der die Bodenständigkeit, den Pragmatismus und die Zuverlässigkeit verkörpert, die einen NAK-Amtsträger auszeichnen sollte…

Beeindruckt hat mich ganz besonders, dass er die körperlich überaus strapaziösen Reisen in die betreuten afrikanischen Gebiete (insbesondere Angola) auf sich genommen hat. Er hätte dafür ja auch einen jüngeren Apostel verpflichten können…

Hätte sich Herr Storck im Sinne Christie verhalten hätte es für Journalisten keine Notwendigkeit gegeben in zu interviewen.
Leider liegen Anspruch und Wirklichkeit in der NAK mittlerweile sehr weit auseinander.

Uppps…

Deine positive Sichtweise auf Journalisten teile ich nicht. Irgendwo habe ich gelesen:

„In Meinungsumfragen ist das Prestige von Presseleuten vergleichbar mit dem von Politikern und Gewerkschaftern: Am unteren Ende der Skala. Viele Befragte finden Journalisten genauso ehrlich wie Autoverkäufer und Makler, denn der Boulevard-Journalismus prägt das Berufs-Bild: Reporter, die übertreiben und verdrehen…“

Warum ist das wohl so?

Es ist immer einfach, anderen - auf der Grundlage von Halbwissen - vorzuwerfen, sie würden sich nicht im Sinne Christi verhalten. Hier hilft vielleicht Matthäus 7,3…

Ich orientiere mich nicht an Halbwahrheiten sondern Fakten: Es wurden Personen gegen Corona geimpft, die zu der Zeit nicht für eine Impfung vorgesehen waren. (Entsprechend der von der Regierung vorgegebenen Reihenfolge). Meines Wissens nach wurde das nie dementiert.

Ich kann anhand meines Postes keine Bewertung der beteiligten Journalisten feststellen, weder positiv noch negativ.

Wenn du mir Bewertungen aufgrund von Halbwahrheiten unterstellst nehme ich an, du warst bei der Impfaktion persönlich anwesend. In diesem Fall kannst du uns ja gerne den genauen Sachverhalt erläutern.

Ich war zwar nicht dabei, wohne aber nur 2 km Luftlinie vom Seniorenzentrum entfernt und kenne alle Beteiligten, den Leiter des Seniorenzentrums, den Impfarzt, die örtliche Polizei und die zuständigen Stellen der Stadt Oberhausen. Deshalb kann ich folgende Sachzusammenhänge, die so durch die NAK dargestellt wurden, bestätigen:

Am 1. und 22. Januar 2021 fanden im Neuapostolischen Seniorenzentrum „Gute Hoffnung“ die von den Behörden vorgesehenen Impfungen gegen COVID-19 statt. Der überwiegende Teil der Bewohner und Mitarbeiter nahm das Angebot an.

93 Prozent der 165 Bewohner und Mitarbeiter haben sich im Januar 2021 für eine Impfung gegen COVID-19 entschieden. Nachdem Bewohner und Mitarbeiter versorgt waren, blieben am Ende noch Impfdosen übrig, so dass weitere Personen immunisiert werden konnten.

Die überzähligen Dosen ergaben sich insbesondere durch vor der Impfung nicht endgültig sichere und schwer planbare Aussagen zur Impfbereitschaft von Bewohnern und Mitarbeitern.

Zum anderen standen durch die Überfüllung der Impfampullen seitens des Herstellers mehr Impfdosen zur Verfügung. Mit jeder Ampulle konnten nicht nur fünf, sondern sechs Personen geimpft werden. Diese sechste Dosis durfte zum Zeitpunkt der Impfaktion jedoch nicht im Vorfeld offiziell verplant werden.

Man musste also für den 1. Januar (arbeitsfreier Tag) eine pragmatische Lösungen für die überzähligen Impfdosen finden. Ziel des Impfarztes und seines Teams war es, dass jeder Tropfen Impfstoff eingesetzt wird und nichts vernichtet werden muss.

Unter anderem bat das Seniorenzentrum Bezirksapostel Rainer Storck in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Muttergesellschaft um Annahme einer der freigewordenen Impfdosen. Die Entscheidung, das Angebot anzunehmen, traf der Bezirksapostel nach der Zusicherung der Verantwortlichen, dass dadurch keiner anderen Person eine Impfdosis vorenthalten werde. Diese Bedingung war am 1. Januar erfüllt, da der zuständige Impfarzt nur weitere Personen ohne Vorerkrankungen akzeptierte.

Am Ende gelang es, für alle überzähligen Dosen einen Empfänger zu finden. Geimpft werden konnten beispielsweise noch Angehörige der Mitarbeiter des Seniorenzentrums sowie Beamte der örtlichen Polizeiwache.

Im Nachgang zur Impfaktion kam die Frage auf, warum die überzähligen Impfdosen nicht betagten Personen aus der Nachbarschaft angeboten wurden. In kürzester Zeit mussten impfwillige Personen erreicht werden, bei denen keine chronischen Vorerkrankungen mit entsprechend aufwändiger Medikation und dahinterstehender Wirkung und Wechselwirkung von Medikamenten auf den Impfstoff bestehen. Die dazu notwendigen Voruntersuchungen waren vor Ort durch den Impfarzt und sein Team nicht leistbar.

Wegen der Risiken kamen daher beispielsweise die betagten Bewohner aus den nahegelegenen Seniorenwohnungen zu diesem Zeitpunkt nicht für eine Impfung in Frage. Außerdem wollten der Impfarzt und das Seniorenzentrum der Impfstrategie und der Stadt Oberhausen mit vorzeitigen Impfungen der Personengruppe Über-80-Jahre nicht entgegenstehen.

Diese dezidierten Informationen hätten die Journalisten von frontal21 auch ermitteln können, wenn ihnen denn an der Wahrheit und nicht an Sensationshascherei gelegen wäre…

Und du, werter odradek, hättest dich durch einfache Internetrecherche auf diesen Informationsstand bringen können…

P.S.

Laut damaligem Bericht auf der Homepage des Seniorenzentrums „Gute Hoffnung“ (nicht mehr abrufbar) äußerte Rainer Storck Verständnis dafür, dass über seine Impfung kontrovers diskutiert wurde, gerade angesichts der damaligen Impfstoffknappheit.

Storck wird so zitiert: „Ich kann die Kritik an meiner Entscheidung, das Impfangebot anzunehmen, nachvollziehen.“ Gleichzeitig sei zu Jahresbeginn das Ausbleiben der vorgesehenen Lieferungen der Impfhersteller in den Folgewochen nicht absehbar gewesen. Storck: „Unabhängig davon bedaure ich, wenn meine Entscheidung zu Verärgerung geführt hat. Dies tut mir sehr leid. Ich bitte um Entschuldigung.“

(vgl. Bericht von F. Schuldt)

Danke für die ausführliche Darstellung. Weder die Artikel die ich im Internet über diesen Vorgang gelesen habe noch die Antworten (soweit ich mich erinnere) im Interview haben diesen Sachverhalt so dargelegt.
Damit ziehe ich meine geäußerte Kritik an Herrn Storck bzgl. der Impfung zurück und bitte um Entschuldigung.

Das freut mich zu hören. Es ist durchaus nicht selbstverständlich, dass jemand seine Kritik aufgrund der Faktenlage zurückzieht. Du hast also meinen höchsten Respekt dafür!

Ich selber bin seit 30 Jahren kein Mitglied mehr, beobachte die NAK aber (auch aus familiären Gründen) seitdem wohlwollend. Das Wohlwollen resultiert auch aus der Tatsache, dass ich meine christliche Sozialisation in eben dieser Kirche erlebt habe, eine andere kann ich mir nicht herbeizaubern. Und da ist einiger Positives „hängengeblieben“ (Gottvertrauen, Dankbarkeit, Kenntnis biblischer Geschichten und deren mögliche Deutungen…)

Als Jugendlicher und junger Mann hat es mich sehr gestört, wie die NAK—Kirchenleitung die eigene historische und theologische Realität verbogen und verfälscht hat…

Als älterer Mensch stört mich zunehmend und grundsätzlich, wie Journalisten nicht die Beschreibung von Wirklichkeit in den Mittelpunkt stellen, sondern die ideologische Beeinflussung/ Belehrung und die Befriedigung der allgemeinen Sensationslust…

Dabei bleibt dann immer „etwas hängen“. Wer sich also bezüglich der Impfaktion im Seniorenzentrum „Gute Hoffnung“ oberflächlich auf die Berichterstattung von frontal21 verläßt, der wird - falls es ihn überhaupt interessiert - Rainer Storck für einen „schlimmen Finger“ halten. Und das wäre zutiefst ungerecht…

Lieber odradek,

dein Schritt, die Kritik an Rainer Storck zurückzuziehen und sogar um Entschuldigung zu bitten, zeigt eine bemerkenswerte Bereitschaft, auf neue Informationen einzugehen und die eigene Position zu überdenken. Dennoch wirft dieser plötzliche Rückzug Fragen auf, gerade in Bezug auf die Rolle von Holger F. in der Diskussion.

  1. Hintergründe des Rückzugs:
    Was genau hat dich dazu bewogen, deine Kritik an Storck so vollständig zurückzuziehen? Die zusätzlichen Informationen von Holger F. sind sicherlich wertvoll, doch wäre es auch nachvollziehbar, weiterhin Fragen zu stellen, insbesondere zu den internen Entscheidungsprozessen der NAK. Findest du die Antwort von Holger F. tatsächlich so überzeugend, dass sie die vorherige Kritik völlig entkräftet?

  2. Holgers Verteidigungsansatz:
    Holger F. verteidigt Storck nicht nur durch die Darstellung von Details zur Impfaktion, sondern geht auch einen Schritt weiter, indem er die Glaubwürdigkeit von Journalisten infrage stellt und pauschal von „Sensationshascherei“ spricht. Seine Sichtweise scheint implizit darauf hinauszulaufen, dass institutionelle Informationen und Berichte der NAK selbst stets glaubwürdig und korrekt seien, während externe Berichte von Natur aus verdächtig wirken sollen. Wäre es nicht auch denkbar, dass kritische Medienberichte berechtigte Fragen aufwerfen und dass die NAK in ihrer Kommunikation von Anfang an transparenter hätte sein können?

  3. Emotionalität und Parteilichkeit:
    Holgers Verteidigung wirkt überaus emotional und zeigt eine sehr starke Parteilichkeit zugunsten der NAK und Rainer Storck. Diese Haltung kann zwar durch persönliche Nähe und familiäre Bindungen zur NAK verständlich sein, doch gerade deshalb stellt sich die Frage, wie objektiv seine Darstellung wirklich ist. Halten wir es für ausgeschlossen, dass auch die NAK oder Rainer Storck in diesem Fall Fehler gemacht haben könnten? Ist es angemessen, die Glaubwürdigkeit der Kritik oder der Journalisten einfach abzutun, nur weil die vorgelegten Informationen von Holger F. detailliert erscheinen?

  4. Die Rolle der NAK in der Selbstreflexion:
    Die Frage, ob sich eine Institution wie die NAK bei Kritik ausreichend selbst reflektiert, bleibt offen. Holger F. scheint jeden Zweifel an der Kirche und Storck mit äußerster Vehemenz entkräften zu wollen. Doch wäre es für eine Organisation, die sich christlichen Werten verschrieben hat, nicht umso wichtiger, auch selbstkritisch mit Fehlern umzugehen, anstatt sich hinter Verteidigungen oder dem Vorwurf gegen „Sensationsmedien“ zu verstecken?

  5. Kritische Nachfragen:
    Hast du den Eindruck, dass Holger F. wirklich alle offenen Fragen beantwortet hat, oder hat er eher eine sehr kirchenfreundliche Darstellung geboten? Wäre es möglich, dass sein Standpunkt aufgrund seiner eigenen Nähe zur NAK nicht ganz objektiv ist? Es wäre vielleicht hilfreich, weiterhin kritisch zu bleiben, anstatt deine Meinung nur auf die Darstellungen eines Einzelnen zu stützen.

Zusammengefasst bleibt die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, eine differenzierte Haltung beizubehalten, anstatt die Kritik vollkommen aufzugeben.

Lieber fragender,

da du mich mehrfach in deinem „pädagogischen“ Beitrag an odradek erwähnst, hier einige Klarstellungen:

1 Du kennst mich nicht, behauptest aber, meine Einlassungen seien durch „persönliche Nähe und familiäre Bindungen zur NAK“ begründet. Jeder, der mich kennt, würde laut loslachen. Seit 30 Jahren bin ich nicht mehr Mitglied der NAK. Ein Drittel meiner Familie ist schon lange wieder bei den Lutheranern aktiv, der ursprünglichen Konfession unserer Großeltern. Ein weiteres Drittel - zu dem ich gehöre - hat den Katholizismus für sich entdeckt. Das verbleibende Drittel ärgert sich seit vielen Jahren über Inkompetenz und Selbstherrlichkeit neuapostolischer Apostel…

2 Du unterstellst meiner Darstellung Parteilichkeit. Ja, sie ist parteilich, weil ich Ungerechtigkeit - egal wem gegenüber - nicht ausstehen kann, auch und gerade dann, wenn allgemein zugängliche Fakten nicht zur Kenntnis genommen werden. Vielleicht ist es dir nicht aufgefallen: Du selbst scheinst es für unnötig zu halten, auch nur ein einziges neues Faktum beizusteuern oder wenigstens die bekannten Fakten anders zu bewerten. Ich ergreife also Partei für Ap. Storck - den ich übrigens nicht kenne und mit dem ich weder verwandt noch verschwägert bin -, weil die Faktenlage zeigt, dass die frontal21-Behauptungen substanzlos und schlecht recherchiert sind.

3 Du hast richtig erkannt, dass ich die Journalisten von frontal21 kritisiert habe. Das geschah aber nicht pauschal, sondern faktenbasiert. Neuapostolische Darstellungen würde ich nie als „stets glaubwürdig und korrekt“ etikettieren. Dazu fehlt mir eine gehörige Portion Dummheit… Man muss sich nur die Berichterstattung von „nactoday“ anschauen, um kritikwürdige NAK-Berichte zu finden. Falls es dich interessiert, liefere ich dir auch gerne internationale Beispiele für tendenziöse, verfälschende und/ oder irreführende NAK-Berichterstattung…

4 Die Glaubwürdigkeit von Journalisten in Frage zu stellen ist keine Majestätsbeleidigung, nicht subversiv und keineswegs überflüssig, sondern aufgrund unserer demokratischen Spielregeln in Deutschland absolut notwendig. Als „vierte Macht des Staates“ kommt den Journalisten eine ganz wichtige Funktion zu, die deshalb ebenfalls der Kontrolle bedarf. Gerne zitiere ich in diesem Zusammenhang Hanns Joachim Friedrichs: „Einen guten Journalisten erkennt man daran, […] dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache“. Leider ist das für viele Journalisten nicht mehr Richtschnur. Meine Beiträge zum Thema „Storck-Impfung“ sind faktenbasiert und stellen deshalb völlig berechtige Kritik am frontal21-Beitrag dar.

P.S. Besonders witzig finde ich übrigens deine Formulierung, dass man keineswegs die frontal21-Journalistenkritik abtun dürfe, nur weil meine Kritik daran „detailliert erscheint“. :grinning_face:

Also bitte, leben wir schon in einer „postfaktischen Realität“?