Bevor ich mich in der Lage fühle, überhaupt über eine Antwort nachzudenken, wäre es für mich wichtig zu wissen, welcher Glaube gemeint ist.
Das Wort “Glaube”, im Zusammenhang mit Gott und Christus, wird oft als Universalbegriff verwendet. Man schafft sich damit ein Instrument, um sich selbst und andere Menschen zu kategorisieren. Es ist ein ideales Instrument für “Schwarz Weiß - Malerei”. Aus Sicht des “Gläubigen” sind alle Gläubigen auf dem richtigen Weg. Die Nichtgläubigen sind auf dem falschen Weg. Zudem nimmt man sich das Recht, die anderen Gläubigen zurecht zu weisen.
Was kommt nach dem Glauben,
- der mir dass Recht gibt andere Menschen im Namen Gottes, Jehovas, Allahs usw. zu töten;
- der mich berechtigt, den Glauben zu nutzen, irdischen Nutzen aus dem Glauben zu gewinnen (Macht, Geld etc.)
- usw.
Ich finde die Formulierung “der Glaube” stellt im allgemeinen Gebrauch einfach nur ein Instrument der Macht dar. Immer gibt es Leute, die mir erklären wollen, wie er “funktioniert”. Sie können dann beurteilen, ob ich es richtig mache.
Ich würde darüber nachdenken, was und wem ich glaube. Dann bin ich auch in der Lage, mich selbst zu hinterfragen. Ehrlich zu sein.
Meditation ist ein schönes Mittel um innere Ruhe zu finden.
Sie muss nicht zwangsläufig benutzt werden, um zu einer Gottheit zu führen. Es erleichtert den Prozess der “Ruhefindung”, wenn das innere Auge ein Bild bekommt.
Sonst könnte man sich beim Thema Meditation auch schon wieder streiten, welche Gottheit für die innere Ruhe zuständig ist.
Es erscheint mir auch als eine Frage der Angst.
Daher kann ich ganz beruhigend sagen:
Nur weil ich mich von keinem Prediger o. Ä. mehr bevormunden lasse, ist mein Glaube nicht abhanden gekommen. Er ist, im Gegenteil, intensiver geworden. Ganz einfach:
Ich benutze den Glauben nicht mehr als Droge. Mit dem Abnabeln von einer bestimmten Kirche ist mein Glaube an Gott nicht verschwunden. Ich fange vielmehr an, Fragen zu stellen. Wahrheit zu suchen. Mich anzustrengen. Nicht andere Menschen und Gott für mein Wohlergehen verantwortlich zu machen. Das finde ich anstrengend aber ehrlich.
Was mache ich mit dem Glauben. Oder, was mache ich mit meinem Glauben. Kann es überhaupt ein “Nach dem Glauben” geben? Sicher eine Frage von Definitionen/Auslegungen.
Meint Boris